Schneider -Schiffmann. Diagr. 1. Nach 13...Se4

Diagr. 2. Endstellung nach 23...Ld7 mit Remisschlu├č. Was verspricht 24.cxd5 cxd5 25.Sxd5 ?

Zweite im freien Fall

von Wolfram Schneider, 16.10.2014

Bezirksoberliga
2. Runde am 12.10.2014


Eschbach/Usingen 1 - SV Oberursel 2
5 : 3
1 Stange - Thieme, Hans   - : +
2 Kirchner - Gries, Volker   1 : 0
3 Benikhis - Falk, Thomas   ½ : ½
4 Kiesewetter - Kuban, Günther   ½ : ½
5 Feigl, M - Maiorov, Daniel   1 : 0
6 van Kan - Bernig, Andreas   ½ : ½
7 Schiffmann - Schneider, Wolfram   ½ : ½
8 Lehr - Zahury, Said   1 : 0

Obwohl wir hoher Favorit waren, gab es eine deftige 5:3-Niederlage. Keine einzige Partie wurde gewonnen! Wie konnte das passieren? Es gibt Gründe, aber erklären können sie das nicht. 4 Spieler sind über oder fast 60 Jahre. Trotz Kritik bei der Aufstellung der Mannschaft sind wir nicht an allen Brettern vollwertig aufgestellt. Eine robuste Aufstiegsplanung ist so Illusion. Aber das alles reicht nicht aus.

Vor allem mangelt es an der richtigen Einstellung. Günther (MF) fragt zu Recht: „Wo bekommen wir Spieler her, die spielen wollen, und kämpfen und gewinnen? Oder brauchen wir nur unsere Einstellung ändern?“

Wie sehr Erwartung und Ergebnis auseinanderklaffen, zeigt folgende Tabelle, in der Spielstärkeunterschied und Resultat aufgelistet sind:

Brett DWZ+- Erg
Br1 kampflos
Br2    +75    0-1
Br3    +253  1/2
Br4    +120  1/2
Br5    +143  0-1
Br6    -29    1/2
Br7     -1     1/2
Br8     unbestimmt

„Wo bekommen wir Spieler her, die spielen wollen, und kämpfen und gewinnen?" Dabei fühle ich mich durchaus selbst angesprochen. In den letzten Saisons waren meine Resultate enttäuschend .Eigentlich wollte ich eine Saison pausieren, doch dann wurde ich in der Vierten gemeldet. Und soll der Zweiten als Ersatz zur Verfügung stehen. (Nun fand ich mich in der 2. Runde genau dort wieder, wo ich eigentlich nicht sein wollte.) Als Beispiel für eine Situation, wo man Remis machen kann oder nicht, gebe ich meine Partie von Sonntag an.

In der Eröffnung habe ich 2 Tempi verloren. Mein Gegner zog mehrmals die Dame, stellte dabei aber jeweils Drohungen auf. Meinen Plan konnte ich nicht umsetzen. Dann opferte er eine Figur. Das hatte ich vorausgesehen. Das sofortige Rückopfer war erzwungen, und der gegnerische König war etwas offen. Es gelang mir aber nicht daraus Vorteil zu erlangen. Am Ende entstand eine kritische Stellung.

Schneider, Wolfram (DWZ 1896) - Schiffmann,Herbert (DWZ 1897) [A84] (Brett 7), 12.10.2014 

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c6 4.e3 f5 5.Ld3 Sf6 6.Sge2 Ld6 7.f3? Dc7 8.g3 0–0 9.Dc2 Df7 10.Sf4 g5 11.Sg2 Dh5 12.Df2 Dh3 13.Ld2 Se4!       Diagramm1       14.fxe4 fxe4 15.Sf4! gxf4 16.Lf1 Dh5 17.gxf4 Kh8 18.Le2 Dh3 19.Tg1 Le7 20.Lg4 Dh6 21.0–0–0 Sa6 22.Tg2 Lh4 23.Dg1 Ld7 mit Remisschluß.     Diagramm2
Es hätte folgen können 24.cxd5 cxd5 25.Sxd5 und a) La4 26.Sc3 Lxd1 27.Dxd1 oder b) exd5 26.Lxd7 Dd6 27.Lb5 Sb4. Sind die Risiken größer als die Chancen? In der Partie habe ich 25…La4 nicht gesehen. Trotz einer gesunden Portion Skepsis schätzte ich im Rückblick die Stellung zu optimistisch ein

Günther sagte, er glaube nicht dass ein Remis für die Mannschaft reichen würde. Aber ich müsse selbst entscheiden, wie ich die Stellung einschätze. Meine Beurteilung während der Partie war zu optimistisch. Hätte Günther gesagt, wir brauchen doch Deinen Punkt, hätte ich weiter gespielt und vor einem Jahr ging das meist schief. Aber vielleicht hätte ich auch die Chancen verwirklicht und gewonnen?
Zurückgekehrt stellte ich immerhin fest, dass ich nach DWZ gegen den Drittbesten gespielt habe.

Wir haben uns jedenfalls noch nicht in der Klasse akklimatisiert. Dies und eine Neuausrichtung wird die Aufgabe für die weitere Saison sein.

 

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