Ernste Gesichter: IM Nikolas Lubbe und FM Daniel Malek (links)

und ein lachendes Gesicht: WGM Melanie Ohme, ganz Medienprofi

Noch ein lachendes Gesicht: IM Jürgen Haakert

Neuberg gewinnt 4:4 gegen unsere Erste

von Wolfram Schneider, 28.02.2013

Dies war das vorentscheidende Spiel um den Aufstieg. Durch unseren Stolperer gegen Marburg und die geringeren Brettpunkte mußten wir gewinnen, um aus eigener Kraft aufzusteigen. Bei einem Unentschieden wie geschehen ist der Weg frei für Neuberg.

8. Runde am 24.02.2013


Neuberg 1 - SV Oberursel 1
4 : 4
1 Lubbe - Malek, Daniel   ½ : ½
2 Ohme - Dubiel, Jacek   ½ : ½
3 Seifert, C - Margolin, Boris   ½ : ½
4 Overbeck, T - Schlamp, Robert   1 : 0
5 Schaffer - Haubt, Georg   0 : 1
6 Knickel - Koller, Jens   0 : 1
7 Kuenstler - Haakert, Jürgen   ½ : ½
8 Heck - Gries, Volker   1 : 0

Obwohl es ein Grippewochenende war, waren Krankheitszeichen nur bei unserem Jürgen zu auszumachen. Das war unser erster Malus, denn Jürgen hat bisher mit 4 aus 4 alles gewonnen. An den Brettern 7 und 8 gab es jeweils große Elounterschiede. Dort hätte mit 1:1 Punkten Waffengleichheit herrschen sollen, doch Jürgens unumgängliches schnelles Remis machte uns einen Strich durch die Rechnung. Auch an den ersten 3 Brettern sind wir besonders stark. Konkret waren an den Brettern 2 und 3 Elounterschiede auszumachen, die sich punktemäßig niederschlagen sollten. Auch diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Zu den Partien: Jacek spielte eine messerscharfe Variante, die oft nach dem Muster verläuft: es geht gut oder die Gegnerin kennt die Theorie nicht, gleichbedeutend mit Gewinn, oder aus der Eröffnung geht eine Stellung hervor, wo kaum noch Gewinnversuche bleiben. So wars diesmal, Remis. War Boris beeindruckt von der physischen Präsenz seines jugendlichen Gegners, Christiopher Seifert? Er lief einem Bauern hinterher, was er erst bewußt in Kauf genommen hatte, indem sein Gegner auf d6 und d4 Doppelbauern hatte, jedoch gedeckt durch Lg7. Dann jedoch gelang Schwarz mit d6-d5 diesen aufzulösen resultierend in einem starken Mehrbauern. Irgendwie schaffte es Boris aber zu remisieren. Leider nur remis mit den weißen Steinen. Bei Daniel entwickelte sich eine inhaltsreiche Partie mit wechselnden kleinen Vorteilen. Am Ende sah ich die bessere Partie bei Daniel, aber mehr war wohl nicht drin gegen den aufstrebenden jungen IM.

Unbefriedigender verlief dagegen Roberts Partie. Mit Schwarz spielte er die berühmte Mar del Plata-Variante im klassischen Königsinder (5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0 Sc6 8.d5 Se7). Im ECO-Code hat sie den letzten Schlüssel: E99, was den Erfindern zufolge die beste Variante für beide Seiten überhaupt sein sollte. Jedenfalls gibt es eine Unmenge Theorie. Und sie ist prinzipiell deswegen, weil derjenige der an seinem Flügel schneller ist, die Führung der Partie und auch den Sieg davon tragen sollte. Leider hatte Robert keinen Kompaß und war gegen den schnell vorgetragenen Damenflügelangriff chancenlos.

In der Rückschau könnte man sagen, dass unsere Mannschaft zwar mehr Elo (Durchschnitt 2315) als Neuberg (2271) hat, dafür aber deutlich älter ist. Auch kann eine gemeinsame Vorbereitung nicht nur stärker motivieren, sondern auch effektiver sein.

Noch ist das Rennen nicht entschieden, denn Neuberg muss noch gegen die als Stolpersteine Marburg und Empor Erfurt bestehen. In der jetzigen Form dürfte dies für Neuberg aber kein Problem sein, zumal für diese Gegner die Saison gelaufen ist, da sie mit Aufstieg und Abstieg nichts mehr zu tun haben. Außer Glück fehlt nach 2 Vizemeisterschaften in den vergangenen Saisons noch ein Ticken mehr Entschlossenheit oder auch junge oder starke Neuzugänge, damit wir nicht nur bei der Sportlerehrung der Stadt Oberursel dabei sind, sondern die Fahrkarten zum Meisterschaftszug buchen können.

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